psy

„Mens sana in corpore sano“

Modell Natur

Wenn ich mit psychisch überlasteten Menschen arbeite, dann zeigt uns zunächst die Tierbeobachtung etwa viel zu den Bereichen Kommunikation, Konfliktumgang, Achtsamkeit oder Abgrenzungsfähigkeit. Tiere „zwingen“ uns zu klarer und vor allem zeitnaher Kommunikation. Die Natur erlaubt Aggression im Sinne von Durchsetzungsvermögen, aber vermeidet mit zwei Ausnahmen (Nahrungserwerb, Fortpflanzungsritual) Gewalt in Konflikten, da die Folgen von Gewalt der Spezies oder Herde schaden. Selbstschädigendes Verhalten ist grundsätzlich naturwidrig. Es gilt als Prinzip „Ausweichen, stehenbleiben und neue Situationsbeurteilung“

Es ist dies ein Bereich in dem eigentlich eine der Kernkompetenzen der der tiergestützten Ökomedizin liegt. Es macht wenig Sinn, alle Effekte bis in kleinste Detail zu analysieren und zu beschreiben. Der Raum wäre zu beschränkt und die Überlastung des Lesers entsprechend hoch. Daher nur einige Beispiele…

“ Nur wer langsam geht, kommt weit!“

Russisches Sprichwort

Nur, wer langsam geht, realisiert auch, was sich in seiner Umgebung tut. Nur, wer langsam geht, kann die Wunder der Schöpfung in sich aufnehmen. Nur, wer langsam geht, schafft es, das Heilungsangebot der Natur anzunehmen. Tiere begehen nie unnötigen Kräfteverschleiß und prüfen stetes sehr aufmerksam ihre Umgebung.

Erst, wer Ziegen wirklich genau beobachtet, sieht, dass ihr „Böckeln“ kein Zusammenstoßen der Schädel ist, sondern ein Kreuzen der Hörner. Eine Form von „Kurzkommunikation“, mit der sie ihre Individualdistanz und damit ihren persönlichen Wohlfühlraum sichern. Alpacas signalisieren das mit „Abspucken“ – ein Spuckgeräusch ohne Flüssigkeitsausstoß. Viele Patienten müssen lernen, sich nicht von anderen beengen oder bedrängen zu lassen

Prüfstand Tier

Das ist zu Beginn oft ganz schwierig zu verstehen. Tiere sind unbestechliche Indikatoren unserer Befindlichkeit. Man nennt das auch „Spiegeln“. Sie kennen die Lüge nicht und nicht das Kompliment. Sie sind sind durch Stand, Einkommen oder Ausbildung nicht zu beeindrucken. Sie „beurteilen“ immer nur den einzelnen Menschen. Für den ökomedizinischen Therapeuten sind sie zunächst so wertvoll wie Stethoskop oder EKG für den Internisten, weil er ihr Verhalten lesen kann.

Wichtig, denn der Mensch kann bzw. will nicht immer über alles reden. Den Betroffenen bieten sie unzählige Möglichkeiten, zu wachsen und dadurch wieder zu gesunden. Sie sind die perfekten sozialen Sparringpartner. Was mit ihnen erfolgreich erarbeitet wurde, ist dann im Alltag meist leicht umzusetzen. Das Geheimnis von Veränderung und Entwicklung ist nicht das Wort, sondern die Tat. Das Wort ist nur die Overtüre….

Doktor Wald

Wir erleben den Wald bei therapeutischen Spaziergängen und Wanderungen mit den Tieren als „angenehm und beruhigend“, weil die Aktivität des Parasympathikus stimuliert wird. Das kurbelt Entspannungs- und Regenerationsmechanismen an. Weiters wird dem Immunsystem Energie zugeführt und die Hintergrundimmunität verstärkt.

„Waldspaziergang mit ungeleinten Alpacas und Ziegen“ by imtat.at

Diese „Immunaspekte“ werden hier unter „psy“ angeführt, weil psychischer Stress zu einer so genannten subklinischen Entzündung führt. Unter anderem werden die Cortisoldepots erschöpft, was eine adäquate Immunreaktion massiv erschwert. Alle Elemente von der Aromatherapie bis zum Waldbaden sind schon seit 2011 integrativer Bestandteil der erfolgreichen „medizinischen tiergestützten Therapie“ wie sie von mir am IMTAT definiert und entwickelt wurde. Es ist erfreulich , dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse nun jene Lügen strafen, die darüber vielleicht herablassend gelächelt haben. Ich konnte in dreien meiner Bücher beweisen, dass in der Natur viel Weisheit liegt, die von der Pharmaindustrie und ihren bezahlten Lobbyisten sogar auf politischer Eben in Brüssel heftig bekämpft wird. Es ist wichtig, dass die Menschen wieder viel mehr Verständnis dafür entwickeln, denn besonders in Zeiten wie diesen sind das wichtige Elemente der ökomedizinischen Selbstverteidigung.“

Dr. Wolfgang A. Schuhmayer

Der japanische Waldforscher Qing Li weist in seinen Arbeiten den Botenstoffen der Bäume eine zentrale Bedeutung zu. Er hat dafür die Wirkung von Terpenen erforscht. Terpene sind Phytonzide und dienen bei Pflanzen der Kommunikation und der Feindabwehr. Sie werden an die Umwelt gasförmig abgegeben. Beim Menschen haben Terpene eindeutig positive Effekte auf das Immunsystem. Die Zahl der so genannten Killerzellen steigt deutlich an. Li: „Wir atmen den Duftcocktail der Bäume ein und nehmen ihn über unsere Haut auf. Wer einen Tag im Wald verbringt, hat sieben Tage lang 40% mehr natürliche Killerzellen im Blut.“ Andere Forscher empfehlen, monatlich mindestens zwei Tage im Wald zu verbringen. Nach den japanischen Studien sollten es alle 2 Wochen 2 Tage sein.

C. G. Arvay widmet dieser „Öko-Immunologie“ in seinem Buch ein hoch interessantes Kapitel.

Andere Terpene wirken sogar wie natürliche Antibiotika. Das ist nun auch die wissenschaftlichen Entschlüsselung der Wirkung von Aromatherapie oder Weihrauch, der in der Antike eingesetzt wurde. Weihrauch hilft dabei das Immunsystem zu regulieren. Dadurch werden bestimmte entzündliche Zytokine und Mediatoren (Signalsubstanzen) gehemmt.

Weitere Studien der Nippon Medical School in Tokio zeigten das Ansteigen dreier definierter Immunproteine. Für den Aufbau der Immunabwehr ist diese Proteinklasse bedeutsam, die bei einem Befall des Organismus durch Viren oder Bakterien durch extrazelluläre Botenstoffe (Interferone) stimuliert wird. Konkret handelt es sich um Perforin, Granulysin und Granzyme. Sie zählen zur Hintergrundimmunität und sind erforderlich, damit natürliche Killerzellen etwa von Viren befallene Zellen abtöten können. Perforin „öffnet“ dabei die Zellmembran, damit die Granzyme das zelltötende Granulysin in die Zielzelle katapultieren können.

Enorm wichtige Mechanismen bei der Abwehr von Virusinfektionen!

Im Labor waren die Terpene von Nadelbäumen am wirksamsten, vor allem Pinene (Föhre, Zirbelkiefer, Pinien) und Limonene (Tanne, Fichte). Der Gehalt der Luft in de Wäldern ist im August am höchsten und sinkt gegen Februar, um danach wieder anzusteigen. Im Winter soll man sich nahe der Stämme aufhalten. Reines Zirbenöl etwa in der Duftlampe wirkt, ist aber weniger effizient als der Waldspaziergang.

Weiters senkte sich im Wald der Blutstrom im so genannten präfrontalen Cortex . Der Mensch nutzt vorwiegend die Fähigkeiten des präfrontalen Cortex, um zum Beispiel hochkonzentriert zu arbeiten oder einem Sachverhalt zu folgen. Entscheidend für die menschliche Gesundheit ist, dass der Denkapparat entspannen kann und sich die Gehirnaktivität in andere Areale verlagert