ökomed

Wir leben in einer Welt der Abkürzungen. Kurz und einpägsam soll es sein. Daher steht in TÖKOMED das T für „tiergestützt“ vor der Ökomedizin.

Aber was ist das denn eigentlich „Ökomedizin„?

Tatsächlich ist es so, dass ich mich dem Thema in vielfältiger Weise genähert habe. Zunächst durch die kindliche Prägung, denn wir hatten eine sehr naturmedizinisch orientierte Kinderärztin, eine hoch hausmittelkompetente Mutter und einen Freund der Familie – der unvergessene Dr. Herbert Klaar – der sowohl Schulmediziner, Schularzt als auch einer der ersten echten Homöopathen in Wien war. Er begann wohl schon in den 1950er-Jahren nach diesem Konzept zu arbeiten. Und da war dieser andere Freund der Familie Dr. Erwin von Waterstraat. Ebenfalls Mediziner und der erste Vegetarier, den ich kannte. Ein vielfältiger, kraftvoller Mix an Prägungen.

Sicher mit ein Anstoß zu meinem ersten Buch „Kindern helfen ohne Medikamente“, erschienen 2013 im Verlagshaus der Ärzte und in der 2. Auflage 2019 als „Kindern helfen mit neuen Hausmitteln“. In beiden Büchern geht es um natürliche, traditionelle Heilverfahren, bei denen wir nach bestem Wissen und Gewissen geprüft haben, was sich davon denn medizinisch-wissenschaftlich belegen lässt. Nicht zuletzt sind die einzelnen Maßnahmen detailliert erklärt, um die praktische Umsetzung zu erleichtern. Es waren zwei sehr spannende Reisen zwischen Tradition und Forschung. Besonders erwähnt sei die enorme Heilkraft des gewöhnlichen Speisetopfens, zu der ein sehr spannendes wissenschaftliches Erklärungsmodell existiert. Zur Verblüffung meines grenzgenialen Hausorthopäden wagte ich mich damit sogar an einen akuten Meniskus heran. Ehe ich den Termin beim „Spritzendoktor“ hatte, sprang ich schon wieder völlig wiederhergestellt durch die Welt – und wir reden von nur 24 Stunden zwischen starkem Akutschmerz, tastbarem, disloziertem lateralen Meniskus und Beschwerdefreiheit! – Zur Nachahmung empfohlen…

Ökomedizin mag als Begriff relativ neu sein, aber es gibt sie schon seit Menschengedenken. „Neu“ ist hingegen die direkte Verbindung von naturgebundenen Maßnahmen zur Medizin, der seriöse wissenschaftliche Zugang. Und diesbezüglich gibt es eine Menge an tatsächlich neuen, evidenzbasierten Erkenntnissen.

Wann die Geschichte der Ökomedizin begann, lässt sich nicht erheben. Vielleicht mit dem persischen Arzt Avicenna, der im Frühmittelalter medizinisches Wissen aus allen damals bekannten Erdteilen sammelte und zusammenfasste – die Grundlage der späteren Klostermedizin? In einzelnen Regionen wie China bestimmt weit früher. Rezente Untersuchungen zeigen etwa, dass bereits das Mittelalter hochwirksame Antibiotika aus der Natur kannte. Die konkrete Rezeptur kling nur wenig spektakulär: Vermische Zwiebel und Knoblauch, mische Weißwein und Ochsengalle dazu und lasse es 9 Tage in einem Kupferkessel ruhen. – Das Ergebnis: ein Stoff mit 99,9% Wirksamkeit gegen MRSA / Methicillinresistenter Staphylococcus aureus! Der gefürchtete Leitkeim der Spitalsinfektionen, die 5.000 Menschen in Österreich jährlich das Leben kosten. Das „Problem“ mit Literatur aus derartig alten Zeiten ist lediglich, dass die Autoren aus Gründen des Urheberschutzes die tatsächliche Mischverhältnisse im Kopf trugen und so mit ins Grab nahmen. Von „finsterem Mittelalter“ jedenfalls keine Spur. Definitiv jedoch Ökomedizin im Sinne der Nutzung natürlicher Ressourcen. Die Reihe der Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen.

Mit der Gründung des Instituts für tierassistierte Therapie wurde 2011 die MTGT/Medizinische tiergestützte Therapie entwickelt und in entsprechenden Fallstudien publiziert. Dieser Ansatz stammt in seinen ersten Gehversuchen bereits aus dem 10. Jahrhundert, wurde jedoch bis zur MTGT nie nach den Standards der EBM (Evidenzbasierten Medizin) beforscht und war somit aus naturwissenschaftlicher Sicht eher spekulativ. 2014 erschien dazu das Fachbuch. Hier treffen sich eine Vielzahl von ökomedizinischen Parametern durch die Kombination der patientenspezifischen Übungen mit den Tieren einerseits, dem Aufenthalt im Stall sowie der Bewegung in der Natur. Eine angeschlagene Psyche bedeutet immer auch ein Defizit für das Immunsystem – und zwar steigend mit der Dauer. Verschiedene therapeutische Details greifen hier  ineinander, um ganzheitlich zu intervenieren.  – Gleichsam vernetzte Ökomedizin.